Wenn ich auf WordPress 7.0 schaue, dann ist das für mich vor allem deshalb spannend, weil sich darin für mich eine Entwicklung zeigt, die ich grundsätzlich gut finde.
In den letzten Jahren war der Block Editor ohne Frage ein großer Schwerpunkt bei WordPress. Das hat man an vielen Releases sehr deutlich gemerkt. Gleichzeitig wäre es aus meiner Sicht zu einfach, so zu tun, als hätte sich in dieser Zeit alles nur darum gedreht. Natürlich sind auch andere Dinge weiterentwickelt worden, technisch wie organisatorisch. Trotzdem hatte ich schon oft den Eindruck, dass der Editor sehr stark im Mittelpunkt der Wahrnehmung stand.
Mit WordPress 7.0 fühlt sich das für mich endlich ein wenig anders an.
Der Fokus wird breiter
Nicht, weil der Block Editor plötzlich weniger wichtig wäre. Eher weil ich das Gefühl habe, dass WordPress gerade an mehreren Stellen gleichzeitig versucht, sich weiterzuentwickeln. Und ich finde, das ist eine gute Richtung.
Ein Grund dafür ist sicher auch, dass sich das Umfeld verändert hat. Gerade durch den aktuellen KI-Schub merkt man, wie sehr sich das Web insgesamt in Bewegung befindet. Viele Dinge, die vor ein paar Jahren noch klar wirkten, sind heute offener. Welche Werkzeuge Menschen nutzen, wie Inhalte entstehen, wie Systeme miteinander verbunden werden und welche Rolle ein klassisches CMS dabei überhaupt noch spielt, wird gerade an vielen Stellen neu verhandelt und in Frage gestellt.
Genau deshalb finde ich WordPress 7.0 interessant, aber auch sehr wichtig.
Für mich wirkt dieses Release nicht wie ein großer Bruch, sondern eher wie ein Zeichen dafür, dass WordPress sich breiter aufstellt. Es geht weiterhin um den Editor. Aber nicht nur. Mit dem AI Client (GitHub) und der Connectors API kommen in WordPress 7.0 neue technische Grundlagen dazu, die zeigen, dass WordPress auch bei Integrationen und künftigen Erweiterungen anders denken muss.
Warum ich diese Entwicklung sinnvoll finde
Ich finde das erst einmal sinnvoll.
Nicht, weil ich glaube, dass jetzt plötzlich jedes KI-Feature eine gute Idee ist. Eher im Gegenteil. Gerade in diesem Bereich wird im Moment auch viel gebaut, das zwar neu klingt, aber nicht automatisch besser ist. Trotzdem halte ich es für richtig, dass WordPress sich damit beschäftigt und versucht, dafür eigene Grundlagen zu schaffen, statt das Thema komplett an Drittanbieter oder einzelne Plugins abzugeben. Genau dadurch wirkt es auf mich im Moment so, als würde WordPress nicht nur auf einen Trend reagieren, sondern vorsichtig versuchen, eine passende Rolle dafür zu finden.
Spannend finde ich dabei auch, dass sich diese Entwicklung nicht nur beim Thema KI zeigt. Rund um WordPress 7.0 spielt auch Kollaboration eine größere Rolle, und genau an diesem Punkt wurde der Release-Zyklus sogar noch einmal verlängert. Für mich ist das kein schlechtes Zeichen. Eher im Gegenteil. Es zeigt, dass WordPress an Themen arbeitet, die nicht nur oberflächlich sind, sondern wirklich in die Struktur des Systems hineinreichen.
Was ich außerhalb von WordPress gerade spannend finde
Und vielleicht ist das auch der eigentliche Punkt, den ich an WordPress 7.0 gerade interessant finde: Es wirkt auf mich so, als würde WordPress wieder etwas offener nach vorn schauen.
Das passt auch zu dem, was ich ausserhalb von WordPress gerade beobachte. Ich finde zum Beispiel sehr interessant, was viele aktuell mit Astro bauen. Und mit EmDash von Cloudflare sieht man gerade noch einmal sehr deutlich, dass neue Ansätze rund um Inhalte, CMS und moderne Web-Architekturen gerade viel Aufmerksamkeit bekommen. Genau deshalb finde ich es spannend, wie sich WordPress in diesem Umfeld weiterentwickelt.
Und trotzdem merke ich bei mir selbst: Ich fühle mich mit WordPress noch nach wie vor wohler.
Nicht unbedingt, weil WordPress die modernere oder elegantere Lösung wäre. Sondern weil ich dort besser einschätzen kann, was am Ende wirklich beim Website-Besucher ankommt. Wie Inhalte gepflegt werden, wie Strukturen entstehen, was langfristig wartbar bleibt und wo ich eingreifen kann, wenn etwas nicht so läuft, wie es sollte. Dieses Vertrauen in das System ist für mich nach wie vor ein großer Punkt.
Keine Neuerfindung, aber eine gute Richtung
Gerade deshalb finde ich es gut, wenn WordPress sich weiterentwickelt, ohne dabei gleich alles über Bord zu werfen, was es stark gemacht hat.
Für mich wirkt WordPress 7.0 im Moment genau so. Nicht wie eine Neuerfindung. Aber wie ein Release, bei dem sichtbar wird, dass WordPress auf neue technische und inhaltliche Anforderungen reagiert, ohne den eigenen Charakter komplett zu verlieren.
Und genau das ist für mich der interessante Teil daran.

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