Wenn man über ein WordCamp nicht schreibt, verhält es sich wie ein Training ohne Tracking. Es hat gefühlt nicht stattgefunden. Also schreibe ich natürlich 🤪
Das WordCamp Europe 2026 fand vom 4. bis 6. Juni in Krakau statt, im ICE Congress Centre direkt am Ufer der Weichsel. Die Zahlen sprechen für sich. Mehr als 2.400 verkaufte Tickets, Teilnehmende aus 81 Ländern, fast 800 Beitragende allein beim Contributor Day, dazu 49 Talks, 8 Workshops und mehr als 60 Speakerinnen und Speaker. Ein beeindruckendes Volumen, das das WCEU auch in Zahlen als das bestätigt, was es inhaltlich ist → das größte WordPress-Event Europas.
Ein anderes Jahr als das letzte
Letztes Jahr war ich mit devowl in Basel dabei, dem Team hinter Real Cookie Banner die auch dieses Jahr wieder Sponsoren waren. Das war ein anderer Modus, strukturierter, mit einem klaren beruflichen Rahmen und viel Austausch im Kontext der Firma und definierten Zielen.
Dieses Jahr war ich wieder für mich da, und das war eine bewusste Entscheidung. Ich habe Krakau wirklich als Auszeit verstanden. Nicht als Networking-Marathon, nicht als Pflichtveranstaltung, sondern als Zeit, die ich mir genommen habe, um aufzutanken, zuzuhören und einfach da zu sein.
Ich habe viele Talks gesehen und es sehr genossen, die vielen verschiedenen Perspektiven aufzunehmen. Was mich jedes Mal wieder fasziniert, ist diese Dichte an Eindrücken. Technische Tiefe neben Community-Themen neben Business-Perspektiven neben persönlichen Geschichten. Das WordCamp-Format macht es möglich, an einem Tag fünf vollkommen verschiedene Gedankenwelten zu durchqueren.
FoMo, aber mit Gewinn
Ich gebe zu, ich hatte etwas FoMo, weil ich an keinem der Abend-Side-Events dabei war. Das passiert, wenn man das WCEU mehr als Auszeit denn als soziales Programm begreift.
Dafür hatte ich etwas, das ich in den Jahren zuvor selten hatte, Zeit für Krakau selbst. Ich war von Montag bis Sonntag dort, das Camp lief von Donnerstag bis Samstag. Das hat mir erlaubt, die Stadt wirklich kennenzulernen, mehr zu sehen, langsamer zu sein. Krakau ist eine unglaublich schöne Stadt, historisch, lebendig, mit einer Qualität im Alltag, die mich immer wieder überrascht hat.
Die Anreise per Bahn hat sich ebenfalls gelohnt. Acht Stunden von Leipzig nach Krakau klingen nach viel, aber dank guter Gespräche mit Hendrik auf dem Hinweg und Simon auf dem Rückweg verging die Zeit schneller als erwartet.
Vermutlich werde ich nächstes Jahr von Dienstag bis Dienstag reisen. So bleibt mehr Puffer für die Afterparty, ohne am nächsten Morgen direkt in die Rückreise zu starten und komplett erschöpft zu sein.
Organisation auf hohem Niveau
Das WordCamp Europe 2026 hat Maßstäbe gesetzt. Essen und Getränke waren wirklich gut, die Logistik hat gestimmt, das Programm war dicht, ohne erdrückend zu wirken. Das Orga-Team hat bis ins Detail gedacht, das Badge diente nebenbei auch gleich als ÖPNV-Ticket für Tram und Bus in der ganzen Stadt, das war super angenehm und würde ich mir jetzt gern für jedes Camp wünschen.
Und nächstes Jahr?
Das WordCamp Europe 2027 findet in Málaga statt. Das ist das erste Mal, dass das Event in ein Land zurückkehrt, das es bereits hatte. Aber Spanien ist groß, das letzte Mal war es etwas weiter im Norden, jetzt geht es weit in den Süden. Für mich eine sehr schöne Perspektive, auch weil es dann am Meer ist 😊
Ich freue mich schon jetzt sehr auf das nächste Jahr.